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Frauen wirken nach außen oft stark, organisiert und belastbar.

Sie kümmern sich um andere, denken voraus, tragen Verantwortung und versuchen, alles im Griff zu behalten. Oft werden sie genau dafür anerkannt. Sie gelten als verlässlich, leistungsfähig und souverän. Doch innerlich fühlen sich viele dieser Frauen erschöpft. Denn hinter dem ständigen Funktionieren liegt häufig eine tiefe Angst: die Angst, dass alles entgleitet, wenn sie die Kontrolle lockern. Die Angst, nicht mehr genug zu sein. Die Angst, verletzt zu werden oder den Halt zu verlieren.

Das haben viele Frauen in der Kindheit gelernt

Sie haben gelernt, dass sie vor allem dann geliebt wurden, wenn sie keine Gefühle wie Wut oder Traurigkeit zuließen, wenn sie keine Probleme machten, wenn sie einfach funktionierten.
Sie wurden nicht gesehen in ihrer Weichheit. In ihren Bedürfnissen. Mit ihren Emotionen. Mit ihrer Fähigkeit leicht und freudig zu empfangen.
Dadurch entstand oft ein inneres Muster: das Innere Erleben kontrollieren, damit wir im Außen gut dastehen und funktionieren. Kontrolle wurde dadurch zu einem Schutzmechanismus. Und dieser ist noch heute da.

Dauerhafte Kontrolle hat einen hohen Preis

Viele Frauen spüren irgendwann chronische Erschöpfung, innere Gereiztheit und eine tiefe Anspannung, die zu Erkrankung führen kann.
Sie kommen selbst in ruhigen Momenten nicht mehr wirklich in die Entspannung. Der Körper bleibt durch den hohen Cortisol-Spiegel wachsam.
Das Gedankenkarussell läuft weiter. Immer in Bereitschaft. Immer verantwortlich.

Das Wachsen der Sehnsucht

Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach etwas anderem. Nach mehr Leichtigkeit. Nach echter Verbindung. Nach dem Gefühl, einfach sie selbst sein zu dürfen, ohne ständig stark sein zu müssen.
Doch genau das fühlt sich zunächst unsicher an. Denn wenn das Nervensystem über Jahre gelernt hat, dass Kontrolle Sicherheit bedeutet, dann fühlt sich Loslassen nicht sofort frei an, sondern oft beängstigend. Deshalb geht es nicht darum, von heute auf morgen alles loszulassen. Es geht darum, langsam neue Erfahrungen zu machen. Schritt für Schritt, zum Beispiel:

◊ ein Bedürfnis ehrlich aussprechen
◊ um Unterstützung bitten trotz des Gefühls von Schwäche
◊ Hilfe annehmen ohne Scham
◊ sich auszuruhen, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen
◊ Gefühle wahrzunehmen, statt sie sofort wegzudrücken

Durch solche kleinen Erfahrungen beginnt das Nervensystem langsam zu erkennen:
„Ich bin sicher, auch wenn ich nicht alles im Griff habe.“
„Ich bin wertvoll, auch wenn ich nicht funktioniere.“
„Ich darf weich sein, ohne mich schwach zu fühlen.“
„Ich darf empfangen, ohne vorher etwas geben zu müssen.“

Genau durch diese Erfahrungen beginnt eine neue Beziehung zu dir selbst sich zu entfalten. Nicht über Druck oder Selbstoptimierung. Sondern über mehr Ehrlichkeit, mehr Bewusstsein und mehr Mitgefühl für dich selbst.

Die Kontrolle zu lockern

Die Kontrolle lockern bedeutet nicht, dass dir der Boden unter den Füssen wegrutscht.
Sondern es bedeutet, langsam in kleinen Schritten wieder bei dir selbst, in deiner Wahrheit anzukommen.
Besonders unterstützend kann es sein, diese Schritte nicht alleine gehen zu müssen.

Ein wertschätzender Frauenraum

Viele Frauen erleben zum ersten Mal in einem geschützten Frauenraum, dass sie nicht funktionieren müssen, um angenommen zu sein. Dass sie willkommen sind mit ihren Gefühlen, ihrer Weichheit, ihren Bedürfnissen und auch ihrer Erschöpfung.

Genau dadurch entstehen neue Erfahrungen im Nervensystem, wie z.B. die Erfahrung:
„Ich darf ich selbst sein und bleibe trotzdem mit anderen verbunden.“
„Ich muss mich nicht anpassen, um dazuzugehören.“
„Ich darf weich und gefühlvoll sein und muss mich deshalb nicht schämen.“

Deshalb entsteht in einer Frauengruppe oft etwas sehr Heilsames, Frauen erkennen sich gegenseitig in ihren Erlebnissen wieder. Scham beginnt sich zu lösen. Der Druck fällt langsam ab. Und Schritt für Schritt entsteht mehr Sicherheit darin, sich selbst wirklich echt zu zeigen.
Nicht plötzlich. Sondern langsam. Gehalten. Und gemeinsam.

Der Gruppen-Raum Holy 9 Feminine Roots startet wieder im Herbst.
Vielleicht ist es noch nicht der Moment für eine Entscheidung.
Aber vielleicht der Moment, die Möglichkeit in deinem Herzen zu bewegen.

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„Warum kann ich nicht abschalten?“

Mareike van Saase
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